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Sommer 2/2024

Fünf Jahre Istanbul Konvention in Deutschland: Geflüchtete Frauen im Fokus

2.3.2023 - 9:00   online

Online-Fachtagung der Petra-Kelly-Stiftung ❘ 9-16 Uhr ❘

Vor fünf Jahre ist die Istanbul Konvention – Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt – in Deutschland, in Kraft getreten. Sie umfasst die Bekämpfung und Beseitigung jeglicher Formen von Gewalt gegen Frauen, also neben sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt auch strukturelle Gewalt, sowie ökonomische Abhängigkeit. Die Istanbul Konvention gilt diskriminierungsfrei für alle Frauen, unabhängig von der Herkunft oder dem Aufenthaltsstatus.

Der Fachtag soll auf die Situation von geflüchteten Frauen aufmerksam machen, welche in der Konvention als besonders vulnerable Personengruppe genannt werden. Oft haben sie schon in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht geschlechtsspezifische Gewalt erlebt. Das Asylverfahren und die Unterbringung in Deutschland werden den Bedarfen der Frauen selten gerecht, sondern sind durchzogen von struktureller Gewalt, weiteren Gewaltübergriffen und finanzieller als auch aufenthaltsrechtlicher Einschränkungen.

Im Rahmen des Fachtags wird ein Überblick über grundlegende Rechte im Aufnahme- und Asylsystem gegeben. Der Fokus dabei liegt vor allem bei geschlechtsspezifischen Aspekten und den Auswirkungen auf Schutz vor Gewalt. Die aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten geflüchteter Frauen werden aufgezeigt, wie sie geltend gemacht werden können aber auch die Hürden für ein Leben frei von Gewalt. Dabei geht es auch um die Möglichkeiten Deutsch zu lernen, eine Ausbildung machen zu können und finanziell unabhängig zu sein. Außerdem werden wir einen Blick auf individuelle Unterstützungsangebote, als auch die Bedeutung von Unterstützung in den eigenen Netzwerken werfen.

Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeiter:innen von Frauennotrufen, Frauenhäusern, Frauenrechtsorganisationen, Asylrechtsorganisationen, Rechtsanwält:innen, an Selbstorganisationen, Ehrenamtliche, Behördenmitarbeiter:innen, Politiker:innen und alle, die Interesse an dem Thema haben.

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