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Winter 4/2019

Diskussion: Die Zeit ist reif für (noch mehr) Feminismus? Aufbrüche, Chancen, Herausforderungen

18.02.2020 - 19:30   Köln, Salon Freiraum, Gottesweg 116a

Weltweit gewinnen feministische Bewegungen an Stärke und schlagen einen immer radikaleren Kurs ein: Lautstark und vielfältig stellen sie sich dem neoliberalen Ausverkauf des Gesundheitssystems und schlechten Arbeitsbedingungen entgegen. Sie kämpfen gegen sexuelle Gewalt, rassistische Ausgrenzungen und die Zerstörung der natürlichen Umwelt. Sie treten für soziale Gerechtigkeit als Grundlage für Selbstbestimmung über Körper und Leben ein. Damit gehören sie zu den wichtigsten Gegner*innen eines globalen Rechtspopulismus und bauen an einer besseren Zukunft für alle. Vom 12.-15. September 2019 hatten die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das Netzwerk Care Revolution und das Konzeptwerk Neue Ökonomie zum FeministFuturesFestival in die Zeche Zollverein in Essen eingeladen. Mehr als 1.500 Menschen – in überwiegender Mehrheit Frauen* – , darunter viele internationale Gäste, diskutierten und vernetzten sich in rund 100 Workshops. In den letzten Jahren kamen Hunderte in Berlin, Wien und Lund zu Konferenzen zusammen, um Marxismus-Feminismus (neu) zu begründen und weiterzuentwickeln. Weltweit finden rund um den 8. März Frauenstreiks statt; Ingrid Artus konstatiert die „Feminisierung von Arbeitskämpfen“ und (nicht nur) in der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird über eine notwendig feministische Klassenpolitik gestritten. Cinzia Arruzza, Tithi Bhattacharya und Nancy Fraser plädieren für einen „Feminismus für die 99%“, zu dem sie ein Manifest geschrieben haben.

Kurzum: Die Zeit scheint reif für einen kämpferischen Feminismus, tiefrot und radikal bunt. Kein leichtes Unterfangen…

Melanie Stitz berichtet von feministischen Aufbrüchen, ihren Chancen und Herausforderungen.

Melanie Stitz leitet das Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in NRW und engagiert sich u.a. bei der feministischen Zeitschrift „Wir Frauen“

http://nrw.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/E7466/die-zeit-ist-reif-fuer-noch-mehr-feminismus/