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Winter 4/2019

Gerlinde Kaltenbrunner

Die österreichische Bergsteigerin wird 40

Gerlinde Kaltenbrunner wurde am 13. Dezember 1970 in Kirchdorf an der Krems (Oberösterreich) geboren. Ihre Leidenschaft für Bergtouren entdeckte sie durch den Pfarrer ihrer Heimatgemeinde, der sie in ihrer Jugend zu unzähligen Ausflügen mitnahm.

Anfangs war es noch ein Hobby neben ihrem eigentlichen Beruf als Krankenschwester, den sie jedoch 2003 aufgab, um sich ganz dem Profibergsteigen zu widmen. Heute zählt Gerlinde Kaltenbrunner zu den weltbesten Extrembergsteigerinnen.

Bereits mit 23 Jahren konnte sie ihren größten Traum verwirklichen: die Besteigung eines Achttausenders. Damit war der Broad-Peak-Vorgipfel in Pakistan (8.027 Meter Höhe) der erste von inzwischen 13 Achttausendern, die sie bestiegen hat, und dies immer ohne Hilfsmittel wie Hubschrauber, Sauerstoffflaschen und Hochträger. Nur die Besteigung des 8.611 Meter hohen K2 im Karakorum blieb ihr bisher verwehrt.

Doch davon lässt sich die Optimistin genauso wenig entmutigen wie von Schneefällen, Eis oder zweistelligen Minusgraden. Dabei kommt es nicht selten vor, dass die Nächte in ihrem kleinen Ein-Frau-Zelt schon gegen Mitternacht beendet sind und sie sich bei 40 cm Neuschnee ins Freie quält, dort bis zum Bauch im Schnee versinkt und trotzdem den Aufstieg beginnt.

Der heute im Schwarzwald Lebenden geht es nicht um Rekorde oder Siege. Vielmehr genießt sie die Schönheit der Berge und das einzigartige Gefühl des Glücks, das sie empfindet, wenn sie oben am Gipfel angekommen ist.

Ihre Leidenschaft gilt nicht nur den Bergen, sondern auch den Menschen in der Region vor Ort, von deren Religion und Kultur sie sich gerne bewegen und verzaubern lässt.

Die Faszination der Bergwelt und der Gipfelerlebnisse beschreibt Gerlinde Kaltenbrunner in ihrer 2009 erschienenen Autobiografie „Ganz bei mir: Leidenschaft Achttausender“.

Auf ihrer Homepage ruft sie zu Spenden für die Menschen in Pakistan auf, die sich durch die ungewöhnlich großen Regenmengen des Monsuns im Sommer in einer katastrophalen Lage befinden.

Lena Bökenhans