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Frühjahr 1/2019

Außergewöhnliches Programm und internationale Gäste beim Frauenfilmfestival 2010

Vom 14.–18. April 2010 lädt das Frauenfilmfestival nach Köln zum Filmevent mit internationalem Flair ein. Zahlreiche ausländische Produktionen sind im Programm vertreten, viele als Deutschlandpremiere. Über 60 Regisseurinnen, Kamerafrauen und Journalistinnen werden zu Gast sein. Für die Fachjury des Internationalen Spielfilmwettbewerbs, die den mit 10.000 Euro dotierten Preis für das beste Spielfilm-Debüt vergibt, konnte die mehrfach ausgezeichnete österreichische Regisseurin, Autorin und Produzentin Barbara Albert gewonnen werden. Mit ihrem Film „Fallen“ war sie 2006 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig vertreten.

Frühe Arbeiten von Jasmila Žbanic, die 2006 mit „Grbavica“ den Goldenen Bären gewann, sind beim Festival vertreten. Sie sind Teil des diesjährigen Länderschwerpunkts Around the Balkans. Hier sind Arbeiten der letzten acht Jahre von Regisseurinnen aus Südosteuropa zu sehen. Immer mehr Filmemacherinnen aus der Region geben in ihren Filmen Menschen eine Stimme, die selten oder nie gehört werden. Sie beschäftigen sich im Kontext der Nachkriegszeit mit Fragen von Heimat und Migration. Diese IFFF-Sektion wird u. a. von der kroatischen Journalistin und Filmemacherin Rada Sesic kuratiert.

Das IFFF Dortmund | Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Filmbranche zu unterstützen und in ihrer Entwicklung kontinuierlich zu begleiten. Weiterbildungsangebote gehören daher zum Programm. Zwar sind Regisseurinnen, Kamerafrauen, Cutterinnen, Produzentinnen oder Aufnahmeleiterinnen längst keine Seltenheit mehr. Doch wie gestaltet sich der konkrete Lebens-alltag, wenn die Frauen zwölf Stunden und mehr am Set verbringen und das Kind zuhause krank ist? Wie lösen die Frauen die strukturelle Unmöglichkeit, den Filmberuf mit der Kinderbetreuung zu verbinden? Diese und ähnliche Fragen greift das Festival in der Paneldiskussion zum Thema „Der Dreh mit dem Kind“ auf.

In Zeiten stetig gekürzter staatlicher Kulturzuwendungen kann es sich als schwieriges Unterfangen erweisen, ein Filmfestival am Leben zu halten. Dass es dem IFFF Dortmund | Köln trotzdem gelingt, ist nicht zuletzt dem langjährigen Engagement, der Erfahrung und Filmleidenschaft der Festivalleiterin Silke Johanna Räbiger zu verdanken. Sie war bereits seit 1986 für das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund tätig, bevor sie 1992 dessen Leitung übernahm. Seit der Fusion der beiden deutschen Frauenfilmfestivals in Dortmund und Köln im Jahr 2006 gehört Räbiger zu den wenigen Leiterinnen eines internationalen Filmfestivals. Sie wird mit ihrem Team in den nächsten Wochen das Programm 2010 vorstellen. Filmische Höhepunkte, die vor ihrem Kinostart zu sehen sind, ausgiebige Filmdiskussionen, an denen jede/r teilnehmen kann, und Weiterbildungs-angebote für Nachwuchs und Profis.

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln ist eines der bedeutendsten Festivals im Bereich weiblichen Filmschaffens. Es präsentiert in unterschiedlichsten Programmsektionen über 100 Filme aller Genres und Längen. Darüber hinaus bietet es ein Forum für die Vernetzung und den Austausch von Frauen aus allen Bereichen der Filmproduktion. Hier werden aktuelle filmpraktische, -ästhetische und politische Entwicklungen und Debatten aufgegriffen, diskutiert und fortentwickelt.

Stefanie Görtz und Ann Katrin Thöle