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Herbst 3/2020

Anarcha-Feminismus

Ein Ansatz der noch ausgearbeitet werden muss.
Rundreise zweier Frauen der Arbeitsgemeinschaft Anarchafeminismus der libertären Aktion Winterthur (CH)

Der Vortrag spannt einen Bogen von den Anfängen der anarchistischen und feministischen Bewegung über die Anarcha-FeministInnen der Mujeres Libres, den Syndikalistischen Frauenbund, die Anarcha-Feministinnen der 1970er Jahre bis hin zu den neusten Erscheinungen der anarchistischen und feministischen Bewegungen. Dabei verknüpfen sie Biografien mit Bewegungsgeschichte und Theorie. So entsteht ein lebendiges Bild einer zu Unrecht von der Geschichtsschreibung marginalisierten Bewegung, die darüber hinaus sowohl von eingefleischten Feministinnen als auch von AnarchistInnen nur all zu oft ebenso zu Unrecht ignoriert wurde.

Die beiden jungen Anarchistinnen nehmen uns mit auf eine Reise durch Zeit, Raum und Theorie. Wenn sie selbst auch lieber fragend voranschreiten als all zu leichtfertig Antworten in die Welt zu entlassen, so gewähren sie uns doch einen profunden Einblick in eine Bewegung, die mehr als eine Wurzel hat. Diejenigen, die weder etwas über die anarchistische noch die feministische Bewegung wissen, werden die Veranstaltung reichhaltig und fundiert informiert verlassen. Aktivistinnen beider Bewegungen werden über die jeweils andere Bewegung Neues erfahren und ggf. das eine oder andere Vorurteil verlieren lernen. Obwohl der Anarchismus die „Ablehnung jeder Herrschaft des Menschen über den Menschen“ und die „Ablehnung jeder Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ postuliert, haben sich Frauen von Beginn der anarchistischen Bewegung bis heute dazu gezwungen gesehen, ihren eigenen „feministischen“ Standpunkt innerhalb der anarchistischen Bewegung explizit zu vertreten.

Dabei haben sie sich immer, mehr oder weniger stark, von bürgerlichen und (Partei-)Kommunistischen Feministinnen distanzieren müssen. Oft wendeten sie viel Energie auf, um ihre Positionen in gemischtgeschlechtlichen Organisationen zu entwickeln und zu vertreten. Aber es gibt auch zahlrieche Beispiele für eine autonome Organisierung der Anarchistinnen. Andererseits haben auch immer wieder Frauen in der feministischen Bewegung anarchistische Ideen und Prinzipien übernommen und sich früher oder später von auftauchenden reaktionären Strömungen im Feminismus distanziert. So treffen sich immer wieder Anarchistinnen und Feministinnen, ohne jedoch bisher eine geschlossene >Anarcha-Feministische Theorie< abgeliefert zu haben.

Dies ist auch sicher nicht im Interesse der Autorinnen der gleichnamigen Broschüre der Arbeitsgruppe Anarchafeminismus der libertären Aktion Winterthur. Vielmehr geht es ihnen darum, mit AnarchistInnen und Feministinnen (und vielleicht sogar auch mit antipatriarchalen Männergruppen?) in eine Diskussion darüber zu kommen, wie beide Ansätze heute miteinander verknüpft werden können. Dabei geht es neben der Theorie auch um praktische Konsequenzen für eine anarcha-feministische Bewegung. Beim Anarcha-Feminismus handelt es sich, so jedenfalls die These der Referentinnen, trotz einer langen Geschichte und einer eindrucksvollen Ahnenreihe aktuell noch immer um einen „Ansatz, der noch ausgearbeitet werden muss…“.

Alle zusammen werden wir uns nach dem Vortrag mit den beiden Referentinnen über Stärken und Schwächen, sowie Potenziale und mögliche Synergieeffekte, die aus einer Verschmelzung von anarchistischer und feministischer Theorie und Praxis (!) entstehen können, unterhalten. Vielleicht fangen wir ja auch schon direkt damit an?!

www.arachnia.ch

Termine

Mainz, am 25.08.09

Haus Mainusch

 

München, am 26.08.09

Basisbuchhandlung

 

Mannheim, am 27.08.09

 

St. Ingbert, am 28.08.09

Jugendzentrum JUZ

 

Duisburg, am 30.08.09

 

Düsseldorf, am 31.08.09

zakk

 

Hannover-Nordtstadt, am 01.09.09

UJZ

 

Flensburg, am 02.09.09

Infoladen Subtilus

 

Hamburg, am 03.09.09

Schwarze Katze

 

Ortenau, am 05.09.09

 

Freiburg, am 06.09.09

AZ KTS